Ein Artikel von
Hauke Eilers

Warum (viele) Babys es lieben, getragen zu werden 

Als mein erster Sohn 2010 geboren wurde, lag er, wenn wir unterwegs waren, meist im Kinderwagen. Oder war auf dem Arm. Eine Babytrage oder ein Tragetuch hatten wir nicht. So richtig geändert hat sich dies erst, als mein zweiter Sohn 2013 zu Welt kam. Er lag deutlich seltener im Kinderwagen, sondern wurde viel mehr getragen.

Das ging so weit, dass er auch mit knapp drei Jahren noch die Trage bevorzugte – zumindest während eines Ausflugs nach Berlin. Die Großstadt machte ihm sichtlich Angst und in der Leihtrage aus einem Berliner Trageladen fühlte er sich auf meinem Rücken direkt wohler – und schlief nach wenigen Minuten.

Auch meine 2015 geborene Tochter wurde viel und oft getragen. Trotzdem hatte auch sie einen Kinderwagen. Einfach, weil es ab und an einfach praktischer ist. So wird es vermutlich auch beim vierten Kind ablaufen – tragen, wann immer es geht. Einfach auch, weil Tragen angenehm ist und in vielen Situationen zudem wirklich praktisch.

Dazu kommt, dass Babys grundsätzlich auch Traglinge sind. Das heißt: Tragen ist etwas vollkommen natürliches. Beobachten kann man das vor allem bei indigenen Völkern, in denen die Babys und Kleinkinder beinahe immer am Körper getragen werden. In Tücher gebunden oder auch einfach so.

Tragen ist ursprünglich

Babys zu tragen ist somit etwas, was bei den kleinen Wesen ein wenig die Zeit im Bauch der Mutter „simuliert“. Es sorgt in vielen Fällen für Wohlbefinden, nimmt Ängste und kann zudem auch beruhigend wirken.

Deutlich machen kann man sich das auch dadurch, dass Babys anfangs immer auf Hilfe, Nähe und Geborgenheit angewiesen sind. Und beim Tragen im Tragetuch oder einer Babytrage kann genau dies gewährleistet werden. Zusätzlich kann auch die psychische Gesundheit eines Babys auf diese Weise gefördert werden.

Wichtig ist dabei allerdings, dass das Baby richtig getragen wird – in der Anhock-Spreiz-Stellung. Diese wird auch als M-Stellung bezeichnet.

Die Anhock-Spreiz-Stellung beim Tragen

Die Anhock-Spreiz-Stellung bezeichnet ganz simpel erklärt die Sitz-Position des Kindes im Tragetuch oder in der Trage. Die gleiche Position wird unter anderem auch bei Fehlstellungen der Hüfte angewandt – das Tragen in dieser Position kann also auch bei einer Hüftdysplasie sinnvoll sein und helfen.

Hinzu kommt, dass durch das Tragen auch die Kopfstabilität beim Baby trainiert wird und dass (die meisten) Trage-Babys weniger schreien und weinen. Immerhin haben sie Mama oder auch Papa (und den jeweiligen Geruch) immer direkt bei sich und können sich sicher und geborgen fühlen.

Welche Tragehilfe ist die Richtige?

Eine klare Antwort auf diese Frage kann es nicht geben. Auch nicht auf die Frage, ob Tragehilfe oder Tragetuch besser geeignet sind. Individuelle Vorlieben und Aspekte spielen dabei eine Rolle.

Im besten Fall macht ihr eine Trageberatung. Beim Tragenetzwerk könnt ihr beispielsweise ganz einfach eine Trageberatung in eurer Nähe finden und durch diese schnell und einfach eine geeignete Trage finden, die guten Sitz und optimalen Halt bietet.